Bauüberwachung

Bauüberwachung und Bauleitung, Unterschiede
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Wer meint, dass ein Bauleiter einen Bau leitet, glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet"

Dieser alte Spruch ist leider manchmal bittere Wahrheit. Aber eben keinesfalls die Regel. Ein Bauleiter sollte in der Tat die Baustelle leiten. Dazu gehört die Terminplanung, die Koordination der Gewerke, Absprachen mit dem Bauherren und den einzelnen Firmen, ggf. Materialbestellungen etc. Auch die Einhaltung diverser Regeln und Gesetze gehört zum Aufgabenbereich des Bauleiters. Damit ist ein Bauleiter dann auch schon reichlich ausgelastet. Auf Großbaustellen gibt es daher auch eine Hierarchie der Bauleiter für einzelne Bauabschnitte und/oder Bauteile. Der Oberbauleiter kennt dann meist gar keine Details mehr, sondern ist sozusagen der "Generalist", der den Überblick bewahren muss. Wo kommt denn jetzt die Bauüberwachung ins Spiel? Ist sie nicht Aufgabenbereich des Bauleiters? Theoretisch ja, in der Praxis kaum machbar. Manchmal sieht man eben den Wald vor lauter Bäumen nicht. Eine Bauüberwachung ist nicht ständig auf der Baustelle, sondern lediglich zu bestimmten, nämlich den kritischen, Zeitpunkten. Ein klassischer Fall ist die Abnahme der Bewehrung (Stahlverstärkung des Betons) vor dem Betonieren. Nach dem Betonieren kann nicht mehr (oder nur mit verhältnismäßig hohem Aufwand) geprüft werden. Es ist also kein Zeichen von Misstrauen, neben der Bauleitung eine externe Bauüberwachung zu beauftragen. Diese kann wesentlich gezielter auf relevante Punkte eingehen und diese überprüfen, als ein ohnehin gestresster Bauleiter das könnte. Dies gilt sowohl für Großbauwerke als auch für den Einfamilienhausbau. Die Kosten der Kontrolle sind marginal gegen die möglichen Kosten der Mangelbeseitigung.