Baubegleitung
Was umfaßt eigentlich die Baubegleitung?
Diese Frage wird Ihnen hier beantwortet. Aus dem Aufwand können Sie erkennen, daß die Kosten hierfür sehr gut angelegt sind. Bedenken Sie bitte auch, daß wir Normen, Fachregeln und Verlegevorschriften im Wert von weit über 10.000 vorhalten und aktualisieren müssen. Alleine die Meßgeräte kosten noch einmal rund 15.000 . Selbst ein brauchbares Meßgerät zur Baufeuchtemesseung kostet schon um 1.200 . Das könnten Sie selbstverständlich auch selbst kaufen, aber wie oft brauchen Sie es?
Dazu kommen noch Kosten und Aufwand für die ständige Fort- und Weiterbildung in allen Bereichen des Rohbaus, des Baurechtes, der Meßtechnik etc.
Nachfolgend die Auflistung der Prüfpunkte vom Fundament bis zum Dachfirst:
Kapillarbrechende Schicht
Die kapillarbrechende Schicht besteht aus Kies oder (zugelassenem) Schotter. Sie soll verhindern, daß sich Wasser unter der Bodenplatte sammelt und dort gefriert. Die Mindestdicke beträgt 15 cm. Darauf wird dann, meist zuvor mit einer PE-Folie abgedeckt, die Sauberkeitsschicht aufgebracht.

Sauberkeitsschicht
Die Sauberkeitsschicht ist eine dünne (Mager-)Betonschicht, die als Auflage für den Bewehrungsstahl dient. Der Beton muß den Stahl um ein gewisses Mindestmaß überdecken. Dazu muß gewährleistet sein, daß sich die unteren Stahllagen nicht durch den Boden drücken können. Die Sauberkeitsschicht muß eben (innerhalb der zulässigen Toleranzen) und druckfest sein.

Bodenplatte Bewehrung
Die Bewehrung der Sohlplatte erfolgt grundsätzlich aus statischen Gründen. Ohne Stahleinlagen würde der Beton reißen und/oder brechen. Bei einer sogenannten "Weißen Wanne" dient die Bewehrung auch der Rissebeschränkung und der Anbindung der Kellerwände an die Bodenplatte. Die Bewehrung muß dem Bewehrungsplan entsprechen und genormte Abstände und Biegerollendurchmesser einhalten.
Nach Freigabe der Bewehrung kann dann betoniert werden. Die Betonqualität und das Einbringen des Betons wird selbstverständlich auch geprüft.

Kellerwand
Kellerwände können gemauert oder betoniert sein. Bei Beton gibt es noch die Unterscheidung zwischen Ortbeton und Dreischichtsystem. Bei Ortbeton wird zunächst eine Schalung aus Holz oder Stahl errichtet. Danach wird Beton eingeliefert und zwischen innerer und äßerer Schale eingebracht und verdichtet (gerüttelt). Bei der Dreischichtvariante werden fertige Elemente (siehe Beispielbild) angeliefert und aufgestellt. Die beiden äußeren Schalen werden im Werk aus besonders hartem Beton hergestellt. In den Zwischenraum wird dann wieder wie bei Schalung auch Ortbeton eingefüllt und gerüttelt.
Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die Aufstellung der Wände (die Fugenbleche und Ankerbewehrungen dürfen nicht umknicken) und das Einbringen des Betons gelegt. Auch hier wird natürlich die Betonqualität geprüft.

Im Bild: Dreischichtwand
Kellerdecke, Erdgeschoßdecke
Die Kellerdecke, bzw. Decke über Keller, hat die Lasten aus den Wänden und aus dem Dach zu tragen. Gleichzeitig steift sie den Bau aus. Wesentlich ist hier das korrekte Einbringen der Bewehrung nach dem Bewehrungsplan. Der Beton wird hier deutlich weniger angegriffen als der im erdberührenden Bereich. Daher werden hier meist andere Betonqualitäten eingesetzt. Betonieren darf erst nach Freigabe der Bewehrung beginnen. Analog verhält es sich mit allen anderen Decken aus Stahlbeton


Deckenbewehrung, Bewehrungsplan
Verfüllung
Nachdem die Kellerdämmung angebracht - und mangelfrei abgenommen wurde - wird die Baugrube verfüllt. Hier ist je nach dem für die Abdichtung ausgewähltem Lastfall der DIN 18195 die Durchlässigkeit des Bodens nachzuweisen. Um spätere Setzungen zu vermeiden, muß der Boden lagenweise verdichtet werden.

Kellerdämmung
Auch nicht als Wohnraum genutzte Keller sollten grundsätzlich wärmegedämmt werden. Damit vermeidet man Tauwasserbildung (Schwitzwasser, Kondenswasser). Zudem kann man den Keller dann später umnutzen. Nachträglich eine Dämmung anzubringen ist von den Kosten her nicht vertretbar.Hier ist darauf zu achten, daß die Dämmung als Perimeterdämmung zugelassen ist. Zudem ist die Befestigung wesentlich. Es darf zum Beispiel kein Wasser zwischen Dämmung und Kellerwand geraten, da sonst die Wärmedämmwirkung entfällt.

Mauerwerk Erdgeschoß
Das Mauerwerk des Erdgeschosses kann in verschiedenen Arten ausgeführt werden, z.B.:
Zweischaliges Mauerwerk mit Dämmschicht Einschaliges Mauerwerk mit Außenputz Einschaliges Mauerwerk mit Wärmedämmverbundsystem (WDVS)Die Mauersteine selbst können aus verschiedenen Materialien bestehen, wie z.B. Kalksandstein, Porenbeton, Tonziegel etc. Innerhalb dieser Materialien weisen die Steine wiederum unterschiedliche Eigenschaften bezüglich Dichte, Druckfestigkeit und Wärme- und Schalldämmeigenschaften auf. Grundsätzlich schützt ein leichter Stein besser gegen Kälte, ein schwerer besser gegen Schall.
Wesentlich ist hier die DIN 1053 sowie die Einhaltung der Maße, insbesondere der Überbindemaße und natürlich auch die Dicken der Fugen. Steine können geklebt oder vermörtelt werden.

Im Bild: Mauerziegel Poroton
Dachstuhl
Der Dachstuhl besteht in dem meisten Fällen des Ein- und Mehrfamilienhausbaus aus Holz, meist Nadelholz (Fichte/Tanne). Für Pfetten und Firste werden manchmal Sonderkonstruktionen wie Brettschichtbinder, Konstruktionsvollholz oder Leimbinder verwendet.Hier werden insbesondere die Befestigungen geprüft, wozu auch die Befestigung und Spannung der Windrispen gehört. Die Einbaufeuchte wird ebenfalls gemessen, da diese eine bestimmte Höhe nicht überschreiten darf. Bei zu losen oder falsch befestigten Windrispen, sowie bei zu feucht eingebautem Holz hat das Dach eine zu starke Bewegungmöglichkeit parallel zu den Pfetten, was zu Rissen im Übergang Wand zu Dachschräge führt. Zu hohe Feuchte kann zudem holzzerstörend wirken (hier zu mehr bei Holzfragen).

Trockenbau
Der Trockenbau ist scheinbar unproblematisch, da man hier auch nach der Montage alles noch sehen und verändern kann. Aber eben nur scheinbar. Zum Trockenbau gehören eben auch Dämmung und die Luftdichtigkeit. Beides sehen Sie eben nicht mehr, sobald die innere Bekleidung angebracht ist. Hier ist es wichtig, die lückenlose Verarbeitung der Dämmung und den korrekten Anschluß der Dampfbremse zu überprüfen, solange diese noch sichtbar sind.
