DIN Normen Erläuterungen
DIN-Normen im Bauwesen! Ein muss, nicht nur für Gutachter und Sachverständige
Hinweis: "Anerkannte Regeln der Technik" können Normen sein, müssen aber nicht. Eine Norm ist nicht automatisch anerkannte Regel der Technik. Neben Normen gibt es auch weitere technische Regelwerke / Richtlinien sowie Herstellervorschriften.
Ein Buch mit dem Titel "Anerkannte Regeln der Technik" gibt es nicht. Das macht die Rechtsfindung recht unübersichtlich. Deswegen beauftragen Richter gerne Sachverständige als Erfüllungsgehilfen des Gerichtes.
Wikipedia definiert so:
Die (allgemein) anerkannten Regeln der Technik sind technische Regeln bzw. Technikklauseln für den Entwurf und die Ausführung von baulichen Anlagen oder technischen Objekten.
Es sind Regeln, die in der Wissenschaft als theoretisch richtig erkannt sind und feststehen, in der Praxis bei dem nach neuestem Erkenntnisstand vorgebildeten Techniker durchweg bekannt sind und sich aufgrund fortdauernder praktischer Erfahrung bewährt haben. Sie stellen nach Werkvertragsrecht für den Sollzustand eine Minimalforderung dar und bei Nichteinhaltung liegt ein Mangel vor, soweit die Abweichung nicht zuvor mit dem Auftraggeber vereinbart worden ist. In diesem Zusammenhang ist der Auftraggeber vollumfänglich über die geplante Abweichung zu informieren und auf die daraus resultierenden Folgen hinzuweisen.
Die (allgemein) anerkannten Regeln der Technik sind nicht identisch mit den DIN und anderen Normen. Vielmehr gehen sie über die allgemeinen technischen Vorschriften, wozu auch die DIN-Normen gehören, hinaus. Für gültige DIN-Normen besteht nur die Vermutung, dass sie den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Diese Vermutung ist widerlegbar, denn in den Normenausschüssen werden auch Interessenstandpunkte vertreten. Außerdem entsprechen Normen nicht immer dem aktuellen technischen Kenntnisstand und beinhalten nicht immer Regeln, die sich langfristig bewähren oder bewährt haben.
"Stand der Technik" ist wieder anders definiert und selten Maßstab bei Gerichtsprozessen.
Auch hier wieder eine gute Definition von Wikipedia (hier weiterlesen):
Der Stand der Technik ist eine Technikklausel und stellt die technischen Möglichkeiten zu einem bestimmten Zeitpunkt, basierend auf gesicherten Erkenntnissen von Wissenschaft und Technik dar.
Eínige DIN Normen
Die von uns sinngemäß wieder gegebenen DIN-Normen werden unregelmäßig ergänzt. Hier sind die im Bauwesen am meisten benutzten Normen aufgelistet. Die Interpretation und den Kurzüberblick können Sie im nächsten Kapitel lesen
-DIN 1045 / DIN EN 206 - Stahlbeton
-DIN 1052 - Holzbau
-DIN 1053 - Mauerwerk
-DIN 1055 - Lastannahmen
-DIN 4095 - Drainung
-DIN 4108 - Wärme- und Tauwasserschutz
-DIN 4109 - Schallschutz
-DIN 18025 - Behindertengerechtes Bauen
-DIN 18516 - Hinterlüftete Fassaden
-DIN 18531- Anforderungen an Dachbahnen
-DIN 18195 - Abdichtung
-DIN 18202 - Maßtoleranzen
-DIN 18336- Abdichtungsarbeiten
-DIN 18337- Estricharbeiten
-DIN 18338- Dachdeckerarbeiten
-DIN 19339- Klempnerarbeiten
-TRGS 519 - Abbruch und Entsorgung von asbesthaltigen Baustoffen
-TRGS 521 - Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten mit alter Mineralwolle
-VOB, Teil B und C - Verdingungsordnung im Bauwesen
Interpretation einiger DIN Normen