Schadensbild

Das Schadensbild

Bei einer neuerlichen Erweiterung (Anbau) viel den Betreibern sowieden anderen Beteiligten auf, dass sich im Bereich der Außenwand Verfärbungen im Dachüberstand unterhalb der Dachschalung zeigten.

Diese Auffälligkeiten wollte man dann genauer in Augenschein nehmen.

Man ging von einer kleineren Undichtigkeit als Ursache aus.

Dem hinzugezogenen Dachdeckermeister, gleichzeitig auch Sachverständiger, waren derartige Verfärbungen nicht unbekannt und er veranlasste eine weitergehende Untersuchung, insbesondere im Innenbereich.

Beim Abnehmen der Innenbekleidung aus Glattkantbrettern sowie der Dampfsperre und damit auch der eingeblasenen Isofloc Zellulose Dämmung wurde allen Beteiligten sofort klar, dass hier was im Argen liegt. Unverkennbar und großflächig war bereits sowohl die Unterseite der Dachschalung als auch ein großer Teil der Dachsparren mit Schimmel überzogen. Unschwer war auch für den Laien zu erkennen, dass

hier zwischenzeitlich gravierende Schäden, auch an statisch relevanten Bauteilen aufgetreten sind.

Im erstem Moment ging man davon aus, dass dieser Schaden lediglich auf einen lokalen und einzugrenzenden Bereich beschränkt.

Nach diesen ersten Öffnungen wurde dann die SVG-BAU als Gutachter und Sachverständigen Büro hinzugezogen.

Da wir als Sachverständige immer ein wenig neugierig und ungläubig sind und auch sein müßen, wurde zunächst einmal ausgeschlossen, dass es sich um temporäre Undichtigkeiten, deren Ursache in der Dacheindeckung zu suchen ist, handelt.

Anschließend wurde der Dachaufbau, insbesondere der Schichtenaufbau, genauer Untersucht.

Bei einer ersten Darstellung des Dachaufbaus mittels Glaser Diagramm fiel sofort auf, dass dieses vorgefundene System in Verbindung mit der komplexen Dachlandschaft, es sich nicht um ein temporäres, sondern vielmehr um ein ganzheitliches Problem der gesamten Dachkonstruktion handelt.

Zunächst wurden dann die einzelnen Schichten mit den Vorgaben der Ausschreibung verglichen.

Hier konnte eruiert werden, dass der damalige Ausführende Dachdeckerbetrieb, eine zusätzliche Lage Bitumenbahn als Trennlage oder temporäre Abdichtung unter die im Leistungsverzeichnis ausgeschriebene Schalungsbahn verlegt hat. Als nächstes wurden die Arbeiten aller Gewerke , einschließlich der Architektenplanung als auch Dachdecker, Zimmermann, Trockenbau, Innenausbau auf Mängel beziehungsweise Fehlerhaftigkeit überprüft. Und getreu dem Motto "wer suchet der findet" waren natürlich erhebliche Mängel in allen beteiligten Gewerken vorhanden.

Im weitern Verlauf der Untersuchungen, wurde an allen der 20 Teildachflächen die Dachneigungen überprüft. Und wenn schon einmal dabei, natürlich die gesamten technischen Ausführungen sowohl der Innenbekleidung, der Dachstuhl, die Dachdeckerarbeiten und nicht zuletzt auch die Planung auf Regelkonformität geprüft.

Die einzelnen Fehler hier darzustellen würde den Rahmen sicher sprengen. Die festgestellten Fehler zogen sich durch die jeweiligen Gewerke, bis hin zum Planer (Architekten).