Objektbeschreibung

Im vorliegenden Fall geht es im Wesentlichen um eine massive Schimmelbildung bei einer Satteldachfläche die erst im Jahr 2008/2009 Fertiggestellt wurde. Durch massiven Befall mit dem Eichenporling (donkioporia expansa) der im Volksmund sicherlich besser unter Weißschimmel bekannt ist. Die SVG BAU war beauftragt, die Ursachen zu ermitteln. Das es sich um eine Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse wie zum Beispiel Bau-Mängel, Planungs- und Bauleitungspannen handelte, machte die Thematik nicht einfacher.

Nach einer ersten Einschätzung wurde bereits durch den damaligen Planer und Architekten eine wesentlicher Punkt missachtet. Ein einfaches Glaser Diagramm hätte dem Planer aufgezeigt, dass bei dem vorgefundenen Dachaufbau, die Verdunstungsperiode bei über 900 Tagen liegt. Das wiederum bedeutet, das dass durchaus auftretenden zulässige Tauwasser innerhalb des Schichtenpaketes nahezu 900 Tage Zeit benötig (U-Wert Diagramm) um das anfallende Tauwasser innerhalb der Konstruktion abzuführen. Wie bitte soll das geschehen?

Da ja jeder weiß, dass ein Jahr nur 365 Tage hat und zudem die Verdunstung nur in der warmen Jahreszeit stattfinden kann. Zudem weist die Dachfläche bei einer gesamten Fläche von ca. 350 qm , 20 geneigte Einzelflächen auf. Die Dachneigungen betragen zwischen 5° - 27 °. Die Eindeckung erfolgte seinerzeit mit Betondachsteinen. Den Kennern unter Ihnen wird sicherlich sofort aufgefallen sein, dass diese ausgewählte Dacheindeckung bestehend aus Betondachsteinen -doppel S- ,ein weiteres Problem beinhaltet.

Drei der Dachflächen weisen eine Neigung von unter 10 ° auf. Da sowohl die Fachregeln als auch die Herstellervorschriften trotz wasserdichten Unterdach, eine Verlegung unter 10° ausschließen, hat den seinerzeit tätigen Dachdecker nicht weiter tangiert. Es wurden keinerlei Bedenken gegen diese Art der Ausführung bzw. Planung geäußert.

Zudem hatte der Dachdecker handschriftlich das damalige Leistungsverzeichnis verändert und die diffusionsoffene Unterlagbahn gegen eine nicht diffusionsoffene, handschriftlich im Angebots LV geändert und dieses auch ausgeführt. War ja nicht dumm. Das bei diesen Dachneigungen ein Wasserdichtes Unterdach von Nöten war davon hatte er offenbar schon mal was gehört. Dass sich diese beiden Dinge mit Wasserdicht und diffusionsoffen überhaupt nicht vereinbaren lassen, erschließt sich von selber. Die von der SVG-Bau erstellten Beweisfragen wurden als Basis für das Gerichtsverfahren vor dem Landgericht verwendet. Zwischenzeitlich wurden die Mängel durch den vom Gericht bestellten Sachverständigen vollumfänglich bestätigt und die vorläufige Schadensumme mit 160.000.- Euro beziffert. Mit anderen Worten/ Totalschaden der Dachkonstruktion. Durch auslagern des Kindergartengruppen sowie der Sachverständigen Baubegleitung durch die SVG-BAU bei den Sanierungsarbeiten, entstanden darüber hinaus weitere Kosten die den Verursachern vermutlich in dem laufenden Gerichtsverfahren durch ein rechtsgültiges Urteil in Rechnung gestellt werden können. Zusätzliche Mängel im Bereich der Zimmerarbeiten die im Rahmen der Komplettsanierung ans Tageslicht traten. Fehlerhafte Schmiegen, fehlerhafte Auswechslungen, mangelnde Holzquerschnitte entgegen der Statik usw. rundeten die chaotische Bauausführung nur noch ab.