Bau Gutachter,Bau Sachverständige,Bundesweit
Volker Korfmann-Bau-Sachverständigenbüro

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Im vorliegenden Fall geht es im Wesentlichen um eine massive Schimmelbildung bei einer Satteldachfläche die erst im Jahr 2008/2009 Fertiggestellt wurde.

Durch massiven Befall mit dem Eichenporling (donkioporia expansa) der im Volksmund sicherlich besser unter Weißschimmel bekannt ist.

Zur Zeit ist die SVG BAU damit beschäftigt die Ursachen zu ermittel. Das es sich um eine Vielzahl unterschiedlicher Einflüsse wie zum Beispiel Bau-Mängel, Planungs und Bauleitungspannen handelt, macht die Thematik nicht einfacher.

Nach einer ersten Einschätzung wurde bereits durch den damaligen Planer und Architekten eine wesentlicher Punkt missachtet. Ein einfaches Glaser Diagramm hätte dem Planer aufgezeigt, dass bei dem vorgefundenen Dachaufbau, die Verdunstungsperiode bei über 900 Tagen liegt. Das wiederum bedeutet, das dass durchaus auftretenden zulässige Tauwasser innerhalb des Schichtenpaketes nahezu 900 Tage Zeit benötig (U-Wert Diagramm [91 KB]) um das anfallende Tauwasser innerhalb der Konstruktion abzuführen. Wie bitte soll das geschehen?

Da ja jeder weiß, dass ein Jahr nur 365 Tage hat und zudem die Verdunstung nur in der warmen Jahreszeit stattfinden kann. Zudem weist die Dachfläche bei einer gesamten Fläche von ca. 350 qm , 20 geneigte Einzelflächen auf. Die Dachneigungen betragen zwischen 5° - 27 °. Die Eindeckung erfolgte seinerzeit mit Betondachsteinen. Den Kennern unter Ihnen wird sicherlich sofort aufgefallen sein, dass diese ausgewählte Dacheindeckung bestehend aus Betondachsteinen -doppel S- ein weiteres Problem beinhaltet.

Drei der Dachflächen weisen eine Neigung von unter 10 ° auf. Da sowohl die Fachregeln als auch die Herstellervorschriften trotz wasserdichten Unterdach, eine Verlegung unter 10° ausschließen, hat den seinerzeit tätigen Dachdecker nicht weiter tangiert. Es wurden keinerlei Bedenken gegen diese Art der Ausführung bzw. Planung geäußert.

Zudem hatte der Dachdecker handschriftlich das damalige Leistungverzeichniss verändert und die diffusionsoffene Unterlagsbahn gegen eine nicht diffusionsoffen geändert und dieses auch ausgeführt.

War ja nicht dumm. Denn dass bei diesen Dachneigungen ein Wasserdichtes Unterdach von nöten war

davon hatte er offenbar schon mal was gehört. Dass sich diese beiden Dinge mit Wasserdicht und diffusionsoffen überhaupt nicht vereinbaren lassen, erschließt sich von selber.

Die von der SVG-Bau erstellten Beweisfragen wurden als Basis für das Gerichtsverfahren vor dem Landgericht verwendet.

Zwischenzeitlich wurden die Mängel durch den vom Gericht bestellten Sachverständigen vollumfänglich bestätigt und die vorläufige Schadensumme mit 160.000.- Euro beziffert.

Mit anderen Worten/ Totalschaden der Dachkonstruktion

Durch auslagern des Kindergartengruppen sowie der Sachverständigen Baubegleitung durch die

SVG-BAU bei den zur Zeit stattfindenden Sanierungsarbeiten, entstehen darüber hinaus weitere Kosten die den Verursachern in Rechnung gestellt werden. Zusätzliche Mängel im Bereich der Zimmerarbeiten die im Rahmen der Komplettsanierung ans Tageslicht traten.

Dachaufbau

Es handelt sich um eine Erweiterung einer ehemaligen Tennishalle. Die Planung begann bereits im Jahr 2005. Bis zur Durchführung vergingen nochmals einige Jahre, bevor dann im Jahr 2007 + 2008 die Umsetzung des Projektes durchgeführt wurde.

Aufgrund einzuhaltender Höhen die dem Baurecht geschuldet waren, entschied sich der Planer zu einer Dachkonstruktion als Satteldach.

Aufgrund der Geometrischen Vorgaben erbaben sich so 20 Teildachflächen mit den unterschiedlichsten Dachneigungen.

Konventioneller Dachstuhl aus Holz, 8 / 22 Sparren

PE Dampfsperre von innen

Wärmedämmung komplett ausgefüllte Gefache mit Zellulose Einblasdämmung.

Vollschalung 24 mm

Unterdachbahn

Konterlattung

Dachlattung

Betondachsteine Format doppel -S-

Das Schadensbild

Bei einer neuerlichen Erweiterung (Anbau) viel den Betreibern sowieden anderen Beteiligten auf, dass sich im Bereich der Außenwand Verfärbungen im Dachüberstand unterhalb der Dachschalung zeigten.

Diese Auffälligkeiten wollte man dann genauer in Augenschein nehmen.

Man ging von einer kleineren Undichtigkeit als Ursache aus.

Dem hinzugezogenen Dachdeckermeister, gleichzeitig auch Sachverständiger, waren derartige Verfärbungen nicht unbekannt und er veranlasste eine weitergehende Untersuchgung, insbesondere im Innenbereich.

Beim Abnehmen der Innenbekleidung aus Glattkantbrettern sowie der Dampfsperre und damit auch der eingeblasenen Isofloc Zellulose Dämmung wurde allen Beteiligten sofort klar, dass hier was im Argen liegt. Unverkennbar und großflächig war bereits sowohl die Unterseite der Dachschalung als auch ein großer Teil der Dachsparren mit Schimmel überzogen. Unschwer war auch für den Laien zu erkennen, dass

hier zwischenzeitlich gravierende Schäden, auch an statisch relevanten Bauteilen aufgetreten sind.

Im erstem Moment ging man davon aus, dass dieser Schaden lediglich auf einen lokalen und einzugrenzenden Bereich beschränkt.

Nach diesen ersten Öffnungen wurde dann die SVG-BAU als Gutachter und Sachverständigen Büro hinzugezogen.

Da wir als Sachverständige immer ein wenig neugierig und ungläubig sind und auch sein müßen, wurde zunächst einmal ausgeschlossen, dass es sich um temporäre Undichtigkeiten, deren Ursache in der Dacheindeckung zu suchen ist, handelt.

Anschließend wurde der Dachaufbau, insbesondere der Schichtenaufbau, genauer Untersucht.

Bei einer ersten Darstellung des Dachaufbaus mittels Glaser Diagramm fiel sofort auf, dass dieses vorgefundene System in Verbindung mit der komplexen Dachlandschaft, es sich nicht um ein temporäres, sondern vielmehr um ein ganzheitliches Problem der gesamten Dachkonstruktion handelt.

Zunächst wurden dann die einzelnen Schichten mit den Vorgaben der Ausschreibung verglichen.

Hier konnte eruiert werden, dass der damalige Ausführende Dachdeckerbetrieb, eine zusätzliche Lage Bitumenbanhn als Trennlage oder temporäre Abdichtung unter die im Leistungsverzeichnis ausgeschriebene Schalungsbahn verlegt hat. Als nächstes wurden die Arbeiten aller Gewerke , einschließlich der Architektenplanung als auch Dachdecker, Zimmermann,Trockenbau, Innenausbau auf Mängel beziehungsweise Fehlerhaftigkeit überprüft. Und getreu dem Motto "wer suchet der findet" waren natürlich erhebliche Mängel in allen beteiligten Gewerken vorhanden.

Im weitern Verlauf der Untersuchungen, wurde an allen der 20 Teildachflächen die Dachneigungen überprüft. Und wenn schon einmal dabei, natürlich die gesamten technischen Ausführungen sowohl der Innenbekleidung, der Dachstuhl, die Dachdeckerarbeiten und nicht zuletzt auch die Planung auf Regelkonformität geprüft.

Die einzelnen Fehler hier darzustellen würde den Rahmen sicher sprengen. Die festgestellten Fehler zogen sich durch die jeweiligen Gewerke, bis hin zum Planer (Architekten).

Die Fehler

Hier nur einige Fehler

Die Einblasdämmung war nicht auf gesamter Sparrenhöhe eingeblasen.(Luftschicht)

einzelne Gefache komplett ohne Zellulose Dämmung

Alle Mauerköpfe, Innen und Außen, waren ungedämmt und somit unmittelbar mit der Außenluft in Verbindung (Wärmebrücken)

geschlossene PE-Dampfsperre von Innen (Empfehlung Isofloc) diffusionsoffen

bituminöse Trennlage (laut Hersteller unter der Unterdachbahn nicht zulässig)

Dachneigung an mindestens zwei Teilflächen < 10 °, Betondachsteindeckung nicht zulässig.

Höhenüberdeckung der Betondachsteine, bis auf 5 Flächen nicht Regelkonform

Wasserdichtes Unterdach nicht vorhanden

Anschlüsse der Dampfsperre fehlerhaft

Zinkverwahrungen fehlerhaft.

Haupt Stahlträger First ,eigenmächtige Änderung der Stoßverbindung- geschweißt anstatt verschraubt kein Schweißnachweis, somit ohne statische Prüfung.

vorgenannter Firstträger mit Polystyrol 20 mm ummantelt ( ohne jeglichen Brandchutz)

mehrere Entlüfter endeten im Bereich der Sparren. Nicht nach Außen geführt.

Mangelhafte Anschlüsse der sich im Dach befindlichen Veluxfenster.

Neigungsunterschreitung Veluxfenster (lt. Velux mind. 15 ° Dachneigung)

Seitenüberdeckung der Zinkkehlen unter die Betondachsteine nicht ausreichend

Beweisverfahren

Abstimmung mit dem Betreiber des Kindergarten über die weitere Vorgehensweise.

Als einzige Empfehlung war aufgrund der erheblichen Mängel nur anzuraten über das Gericht eine Beweisverfahren (Beweisbeschluss) zu erlangen.

Hier kommt jetzt wieder die deutsche Rechtssprechung zum tragen.

Die SVG BAU, hat alle relevanten Mängel akribisch aufgezeigt, dokumentiert und beschrieben.

Nichts desto Trotz muß in einem solchen Beweisverfahren ein weiterer Gutachter, in aller Regel

Öffentlich bestellt und vereidigt, die bereits dokumentierten Mängel nochmals in Augenschein nehmen.

Die SVG-BAU hat hier die Fragestellung für den Beweisbeschluss verfasst und dem Rechtsanwalt der Partei zur Verfügung gestellt. Diese Fragestellung wird an das Gericht übersendet. Das Gericht erteilt dann dem Öbuv Sachverständigen den Auftrag, genau diese Fragen zu beantworten.

In Kenntnis der Mängel und unzulänglichkeiten wurde ein Fragenpaket ausgearbeitet bei dem der vom Gericht bestellte Sachverständige im wesentlichen immer mit ja oder Nein zu antworten hat.

Fragestellung Beweisbeschluss

Fragestellung für den Beweisbeschluss

Fragen zu 1

a) Entspricht die Höhenüberdeckung der Betondachsteine unter Berücksichtigung aller Dachflächen, insbesondere der Flächen

(Anlage 1) DF = Dachfläche DF2, / 6 - 8 / 10-14 / 16-18 und 20

dem Regelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerks?

b)Welche Maßnahmen sind Notwendig um die fach und regelgerechte Überdeckung der Betondachsteine herzustellen?

Fragen zu 2

a)Ist es zulässig bei Dachflächen mit einer Dachneigung < =10 °

diese mit Betondachsteinen Doppel-S einzudecken?

b) welche Dachflächen (Anlage P1) weisen eine Dachneigung < 10° auf

Fragen zu 3

a.)Ist es zulässig und entspricht es der Herstellerrichtlinie der Firma Bauder

unter der Bauder TOP UDS 1,5 mm eine zusätzliche Bitumenbahn zu verlegen?

b) welche Wirkung hat die zusätzlich am Objekt eingebaute Trennlage bestehend aus einer Bitumenunterlagsbahn bezogen auf die Herstellervorschrift?

Fragen zu 4

Ist es zulässig beim Systemaufbau der Firma Bauder- Wasserdichtes Unterdach,

zudem bei Dachneigungen < 22° eine vollkantige Dachlatte Format 22/48 mm zu verwenden? Erläutern Sie den Systemaufbau Wasserdichtes Unterdach bei Verwendung der Bauder

TOP UDS 1,5 mm der Firma Bauder

Fragen zu 5

Entspricht das Format der Konterlatte 22*48 mm

a) der Forderung des Systemherstellers Bauder?

b) dem bauphysikalischen Anspruch bei flachgeneigten Satteldächern?

c) kann die Abweichung vom Vollmaß 30/50 mm gegenüber

22/48 mm als Schwindmaß bezeichnet werden.

d) welche Maßnahmen sind zur Herstellung einer fachgerechten Leistung

nötig?

Fragen zu 6

a)Welche Zusatzmaßnahmen sind bei unterschreiten der Regeldachneigung bei Dacheindeckungen mit Betondachsteinen Notwendig?

b)Obliegt dem ausführenden Dachdecker die Einschätzung ob ein wasserdichtes Unterdach unter Berücksichtigung aller Zusatzmaßnahmen technisch ausreichend und durchführbar ist?

Fragen zu 7

Entspricht der SD-Werte bei dem vorhandenen Konstruktionsaufbaut mit

Vollsparrendämmung den allgemein anerkannten Regeln der Technik?

Fragen zu 8

Entsprechen insbesondere in Anbetracht der geringen Dachneigungen

die auf den Dachschnittpunkten eingebauten Zinkkehlen,

a) die Form der Zinkblechkehle (mittig gekantet) mit ebenen Wasserlauf unter Berücksichtigung zusammengesetzter Flächen und unterschiedlicher Neigung, dem Regelwerk des Klempnerhandwerks ZVSHK?

b) die Höhenüberdeckung den Anforderungen des ZVSHK?

c) die Seitenfalz der Anforderung des ZVSHK?

d)Wenn nein, erläutern Sie, wie eine fachgerechte Ausführung der einzelnen Punkte herbeizuführen ist.

Fragen zu 9

Entsprechen die am Objekt gewählten Befestigungsmittel der First und Gratsteine sowie der Alu First Klammern dem Regelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerkes sowie auch der Verlegeanleitung des Herstellers?

Fragen zu 10

a) Fehlen an verschiedenen Graten und Kehlen die sogenannten Ausspitzer?

b)Ist bei fehlenden Ausspitzern (Anschnitte der Betondachsteine an Grate oder Kehlen) im Bereich von Kehl oder Gratanschnitten die Überdeckung sowohl der Grat-Firstziegel als auch des Zink Kehlbleches gewährleistet?

Fragen zu 11

Entspricht das unmittelbare heranführen der Betondachsteine und verschließen der vertiefte Zinkkehlen oder Attikaaufkantungen mit Betondachsteinen

a)dem Regelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerks oder den anerkannten Regeln der Technik?

b) und ist es zudem möglich, im Bereich der vertieften Zink Kehlen im Bereich von aufgehenden Attiken oder Dachverschnitten, diese Bereiche einer problemlosen regelmäßigen Wartungsarbeit und Reinigung von Ablagerungen zu unterziehen?

Fragen zu 12

entspricht die Ausführung der ersten Dachsteinreihe im Traufbereich ohne Verwendung einer Doppellatte den Regeln des deutschen Dachdeckerhandwerks bzw. der Herstellervorschrift?

Fragen zu 13

Entspricht die Ausführung des Traufbereiches ohne Lüftungsgitter

(erste Dachziegelreihe)

a.) den anerkannten Regeln der Technik?

b) welche Auswirkung hat das Fehlen der Lüftungsgitter?

Fragen zu 14

Entsprechen der Einbau und insbesondere die Einbindung der Velux Dachflächenfenster in das wasserdichte Unterdach auch hinsichtlich der Dachneigung

a) den Vorgaben des Herstellers Velux?

b) Ist der Einbau hinsichtlich der geringen Dachneigungen zulässig?

c) Welche Maßnahmen müssen zum fachgerechten Einbau der Veluxfenster durchgeführt werden?

Fragen zu 15

Entspricht die sichtbare Schraubbefestigungen bei den Mauerabdeckung aus Zink dem Regelwerk des deutschen Dachdeckerhandwerks bzw. des deutschen Klempnerhandwerks?

Fragen zu 16

Entspricht sowohl der Querschnitt als auch die Anordnung der jeweiligen Notüberläufe in der Kastenrinne auf der Dachrückseite zum Nachbargrundstück den Anforderungen und Erfordernissen der DIN 1986 sowie der DIN EN 12056?

Fragen zu 17

a)Entspricht die Anzahl der Dehnungsausgleich insbesondere die Anzahl im Bereich der Innenliegenden eingeklebten Zinkkastenrinne den Vorgaben des ZVSHK bzw. den Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks?

b) Fehlen geeignete Dehnvorrichtungen in entsprechender Anzahl?

Fragen zu 18

entsprechen die vor Ort hergestellten Nahtverbindungen (Lötnähte) sowohl im Bereich der Dachrinnen als auch der Innenliegenden Kastenrinne und der Mauerabdeckungen, Randprofile und vertieften Kehlen, dem Regelwerk des ZVSHK?

Fragen zu 19

Entspricht der seitliche Überstand der Zink Mauerabdeckung über dem Wärmedämmverbundsystem der rückwärtigen Fassade, den Regelwerken des deutschen Dachdeckerhandwerks sowie den Regeln des ZVDH?

Fragen zu 20

a) Fällt unter Zuhilfenahme und Erstellen eines sogenannten Glaser Diagramm (Tauwasserausfall) in Anlehnung an die DIN 4108 bei dem am Objekt festgestellten Dach/ Systemaufbau Tauwasser aus?

Fragen zu 21

a) Welche Tauwassermengen fallen rechnerisch in den einzelnen Schichten des Dachausbaus an?

b) Welche Auswirkung hat anfallendes Tauwasser, das als Überschuss in der Konstruktion verbleibt und nicht wie in der in der DIN 4108 beschriebenen Verdunstungsperiode verdunsten kann?

Fragen zu 22

Ist es üblich, einen derart verschachtelten Dach-Baukörper ohne weitere Tauwasserberechnung gemäß DIN 4108 herzustellen?

Wenn nein-, welche Erkenntnisse würde ein Glaser Diagramm

bezogen auf den vorhandenen Dachaufbau ergeben?

Fragen zu 23

Wurde der eingeblasene Zellulosedämmstoff zwischen den Dachsparren

a)lückenlos in die Sparrenfelder eingebracht?

b)Welche Konsequenzen und Auswirkungen hat eine stehende Luftschicht zwischen Dachschalung und Zellulose?

Fragen zu 24

Entspricht die verwendete PE-Dampfsperre von innen, unter den Sparren befestigt, insbesondere in Kenntnis des bereits vorhandenen Wasserdichten Bituminösen Unterdaches

a) den Anerkannten Regeln der Technik?

b) den Herstellrichtlinien der Firma Isofloc?

Fragen zu 25

a) Entsprechen die Anschlüsse der PE- Dampfsperre den anerkannten Regeln der Technik?

b) Wurden die Anschlüsse der PE Dampfsperre Luftdicht hergestellt?

c) Welche Auswirkung hat eine nicht Luftdicht angeschlossene Dampfsperre, insbesondere bei Verwendung einer Vollsparrendämmung mit Zellulose?

Fragen zu 26

Welche Auswirkung hat die im Innenbereich angebrachte

PE Dampfsperre in Bezug auf den gesamten Systemaufbau insbesondere unter Berücksichtigung der auf der Dachschalung aufgebrachten Bitumenbahnen?

Fragen zu 27

Entspricht die Schweißnaht des konstruktiven Firststoßes HEB 260

(Position 19 der Statik) biegesteife HV Verbindung

a) den anerkannten Regeln der Technik

b) den statischen Vorgaben?

c) ist die Schweißverbindung ohne Nachweis als statisch Tragfähig zu bezeichnen?

Fragen zu 28

entspricht der Betonrähm (Auflager der Position 19) im Bereich der Innentür des 1 Obergeschosses

a)den statischen Vorgaben und Abmessungen sowohl in der Höhe,

Breite und Länge?

Fragen zu 29

Welche Ursachen liegen den festgestellten Zuständen und Erscheinungen zugrunde? Handelt es sich bei den festgestellten Zuständen und Erscheinungen sowie ihren Ursachen um bautechnisch unzulässige Gegebenheiten?

Fragen zu 30

Handelt es sich jeweils um Ausführungsfehler oder auch um Planungsfehler?

Fragen zu 31

Welche Maßnahmen müssen zur Beseitigung der festgestellten Zustände und Erscheinungen

sowie ihrer Ursachen ausgeführt werden?

Fragen zu 32

Welche Kosten fallen hierfür im Einzelnen an?

Vorplanung

Mal eben Neu machen, ein nicht einfaches Unterfangen.

Erwähnt werden muß hier, dass bei den Abbrucharbeiten im Zuge der Dachsanierung, weitere erhebliche Mängel im wahrsten Sinne ans Tageslicht kamen. Hier war es Notwendig kurzfristige Änderungen und technisch zusätzliche Maßnahmen zu planen.

Daher war ein nahezu tägliches "Baustellenbriefing" unausweichlich. Die SVG-BAU war bei den Abbrucharbeiten täglich vor Ort.

Dieses insbesondere um die neu aufgedeckten Mängel, einerseits Gerichtsfest zu dokumentieren als auch andererseits kurzfristige technische Änderungen zu bestimmen.

Es mußte im Vorfeld genau eruiert werden, welche Möglichkeiten mit welchen Materialien zu kombinieren waren, sowie auch deren technische Umsetzung geprüft werden.

Hier trat der Sachverständige der SVG - BAU insbesondere mit verschiedenen Dachbahnherstellern in Kontakt um ein funktionierendes technisches Konzept zu erarbeiten.

Hier kristallisierte sich nach kurzer Zeit ein Hersteller heraus, mit deren Anwendungstechnik der weitere technische Ablauf sodann vertieft diskutiert wurde.

Dieses natürlich auch, um gerade für den neu geplanten Dachaufbau eine enstprechende lange Herstellergarantie der einzusetzende Produkte zu erhalten.

Ferner wurden Bauphysikalische Berechnungen, parallel durch mehrere Partner der SVG BAU, mit den unterschiedlichsten EDV- Programmen durchgeführt. Diese Maßnahme sollte sicherstellen das aus Bauphysikalischer Sicht ein dauerhafter, funktionierender Dachaufbau der langfristigen Auslegung Stand hält.

Zwischenzeitlich war vom Betreiber der Kindergarteneinrichtung die Finanzierung der gesamten Maßnahme gesichert. Dieses insbesonder unter dem Gesichtspunkt, nicht in Teilabschnitten und zeitlich versetzt, sondern die gesamte Maßnahme ohne Unterbrechung auszuführen.

Der vom Gericht beauftragte Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige hatte die von

der SVG BAU erarbeiteten Beweisfragen für den gerichtlichen Beweisbeschluss, mit allen vorgefundenen

Mängeln allesamt bestätigt und darüber hinaus den gesamten Dachaufbau als irreperabel und

"Totalschaden"bezeichnet.

Die voraussichtlichen Kosten wurden hier auf ca. 160.000.- Euro Netto veranschlagt.

Nochmal zu Erinnerung, der Kindergarten wurde erst im Jahr 2008 fertig gestellt.

Nach Abwägung der vorgenannten Punkte fokusierte sich die Dachsanierung des Steildaches auf eine

" Dachabdichtung " , die üblicherweise im Flachdach Verwendung findet.

Nun wurden alle am Objekt vorliegenden Fakten aufgeführt, aus deren Kombination sich

eine technische Lösung ableiten ließ.

Fakten

Relativ kleine Dachfläche auf viele Einzelflächen verteilt. (560 qm - 20 Teildachflächen)

Unzählige First/Grat/Kehlverschneidungen

Unterschiedliche, zum Teil sehr geringe Dachneigungen (zwischen 9°+28°)

Bauphysikalische Lösungen

Statische Prüfung

Behandlung des Schimmelproblems

Umgang mit den zerstörten tragenden Holzteilen (Sparren)

Schall und Brandschutz

Zeitlicher Ablauf

Berücksichtigung der zur Zeit gültigen ENEV

Planerische Merkmale

Mögliche Sanierungsvarianten

Abstimmen und einbeziehen der Wünsche des Betreibers

Nachbarschaftsrecht

Sicherstellen des fortlaufenden Betriebes der Kindergarten Einrichtung

Terminplanung

Erstellen der einzelnen Leistungsverzeichnisse

Gewerkeabstimmung

Auswahl und Vergabe Gerüstbau

Auswahl und Vergabe Gewerk Dachdecker

Auswahl und Vergabe Gewerk Schimmelbeseitigung

Auswahl und Vergabe Gewerk Maler /Anstreicher

Koordination der Gewerke

Qualitätssichernde Baubegleitung

Gewerkeabnahme

Rechnungsprüfung